Artikel aus dem Bereich Elektronik- und Elektrotechnik-Design

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Der Raspberry Pi – Teil 5: Media Center mit Kodi

Gepostet am 10. Oktober 2015

Im fünften Teil der Artikel Serie über den Raspberry Pi wird Ihr Raspberry Pi zu Ihrer persönlichen Multimedia Zentrale an Ihrem Fernseher. Die kostenlose Open Source Heimkino-Software Kodi – ehemals XMBC genannt – verwandelt Ihren Raspberry Pi in ein geräuschloses Abspielgerät für Ihr Wohnzimmer, das Videos, Bilder und Musik Ihres PCs, Servers oder NAS sowie Audio- und Video-Streams aus dem Internet wiedergibt und als Airplay-Empfänger fungieren kann. Außerdem können Sie durch eine Vielzahl an frei erhältlichen Add-Ons den Funktionsumfang des Media Centers erweitern und so perfekt an Ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen. In diesem Artikel werden wir Ihnen detailliert beschreiben, was Sie zur Installation von Kodi benötigen und wie diese durchgeführt wird, wie Sie Ihr System mit verschiedensten Add-Ons erweitern können und wie Sie Kodi konfigurieren müssen, um sämtliche Medien aus Ihrem Heimnetzwerk abspielen können. Zusätzlich werden wir darauf eingehen, wie Sie Ihren Raspberry Pi zu einem Airplay-Empfänger machen.

Benötigte Hardware Komponenten

Um Ihren Raspberry Pi als Multimedia Zentrale verwenden zu können, benötigen Sie einen Raspberry Pi samt Netzteil, SD Karte und HDMI-Kabel sowie eine Verbindung zu Ihrem Heimnetzwerk. Möchten Sie Kodi als Airplay-Empfänger nutzen? In diesem Fall ist eine WLAN Anbindung in Ihr Heimnetzwerk erforderlich – hierfür benötigen Sie an Ihrem Raspberry Pi zusätzlich einen mit Raspbian kompatiblen WLAN-Stick sowie einen WLAN-fähigen Router oder Access-Punkt. Möchten Sie Ihr neues Media Center vom Sofa aus steuern? Hierfür können Sie entweder Maus und Tastatur, eine Fernbedienung mit USB Empfänger, ein iOS oder Android Mobilgerät oder eventuell auch die Fernbedienung Ihres Fernsehgerätes nutzen. Außerdem wird natürlich ein Bildschirm oder Fernsehgerät benötigt, an dem Sie Ihren Raspberry Pi mit HDMI-Ausgang oder Chinch- sowie 3,5mm Klinken-Audioausgang betreiben können.

Installation von Kodi

Abbildung 1: Das Logo von Kodi (Quelle: http://kodi.wiki/images/c/c9/Logo.png)

Die in diesem Artikel beschriebene die Installation von Kodi setzt voraus, dass Sie bereits Raspbian auf Ihrem Raspberry Pi installiert haben. Möchten Sie wissen, wie Sie Raspbian auf Ihrem Raspberry Pi installieren und konfigurieren müssen? Im Artikel Einrichten von Raspbian Wheezy, der im November 2014 auf EEWeb Germany erschienen ist, erhalten Sie alle nötigen Informationen zu diesem Thema. Bei der Konfiguration von Raspbian ist zu beachten, dass Sie im Raspbian Konfigurationsmenü den SSH Server aktivieren.

Bevor Sie Kodi auf Ihrem Raspberry Pi installieren, sollten Sie eine Internetverbindung herstellen und Ihr Betriebssystem aktualisieren. Öffnen Sie hierzu das Terminal und lesen Sie mit dem Befehl sudo apt-get update die Paketlisten erneut ein. Anschließend bringen Sie mit dem Befehl sudo apt-get upgrade Ihr System auf den neuesten Stand. Dies kann abhängig von der Geschwindigkeit Ihrer Internetverbindung, der Aktualität Ihres Betriebssystems und der installierten Software einige Zeit in Anspruch nehmen.

Nachdem Sie Ihr System aktualisiert haben, ist die Installation von Kodi ein Kinderspiel: geben Sie in die Konsole den Befehl sudo apt-get install kodi ein; so installieren Sie Kodi samt den benötigten Abhängigkeiten. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, können Sie mit Hilfe des Befehls kodi Ihr neues Media Center starten.

Konfiguration von Kodi

Im folgenden Abschnitt werden wir Ihnen einige Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie Kodi einstellen, nutzen und an Ihre Bedürfnisse anpassen können. Es müssen nicht alle Schritte durchgeführt werden, die Reihenfolge in der Sie die Einstellungen vornehmen spielt generell keine Rolle, für manche Einstellungen werden jedoch eventuell vorangegangene Konfigurationen benötigt.

Statische IP Adresse

Wenn Sie Ihr System über SSH erreichen oder Kodi mit Hilfe der integrierten Website oder einer iOS/Android App steuern möchten, empfiehlt es sich, eine feste IP Adresse für Ihren neuen Wohnzimmer-PC zu vergeben, denn nur so können Sie sicher stellen, dass der Zugriff auch nach einem Neustart des Raspberry Pi bequem zu bewerkstelligen ist. Bevor Sie mit dem Einrichten der festen IP Adresse beginnen, müssen Sie sich die aktuellen Netzwerk-Einstellungen Ihres Raspberry Pis notieren, die im Kodi-Hauptmenü unter Optionen, Systeminfo und Netzwerk zu finden sind. Hier wird die IP-Adresse, die Subnetzmaske und das Gateway benötigt.

Um eine feste IP Adresse einrichten zu können, müssen Sie mit Hilfe der Konsole auf Ihrem Raspbian einige Einstellungen ändern. Starten Sie hierzu das Terminal, wenn Sie direkten Zugang zum Raspberry Pi haben – ist dies nicht der Fall, können Sie sich mit SSH verbinden: Starten Sie Ihr Terminal auf einem entfernten PC, der sich im selben Netzwerk wie der Raspberry Pi befindet. Mit dem Befehl ssh <Benutzername>@<IP-Adresse>, bei dem Sie die Felder <Benutzername> und <IP-Adresse> durch die entsprechenden Werte Ihres Raspbian Betriebssystems ersetzen müssen, verbinden Sie sich auf Ihren Raspberry. Der Standard-Benutzer ist pi, die IP -Adresse haben Sie sich bereits notiert. Wenn Sie Windows auf Ihrem Computer nutzen, können Sie die kostenlose Applikation Putty nutzen, um sich per SSH mit Ihrem Raspberry zu verbinden. Beim erstmaligen Verbinden via SSH werden Sie gefragt, ob der RSA fingerprint key zu Ihrem Raspberry Pi gehört und Sie sich mit dem Ziel verbinden möchten. Wenn Sie sich in Ihrem geschützten Heimnetzwerk befinden, können Sie dies mit yes bestätigen.

Mit Hilfe des Befehls ifconfig erhalten Sie eine Liste der an Ihrem System verfügbaren Netzwerkschnittstellen. Suchen Sie hier auf der linken Seite nach dem Ausdruck wlan<x> wobei x eine Zahl repräsentiert; normalerweise ist dies die Zahl null. Rechts von dieser WLAN-Schnittstelle steht in der zweiten Zeile unter inet adress Ihre notierte Netzwerk-Adresse. Wenn Sie ein Netzwerkkabel nutzen, müssen Sie nach der Schnittstelle eth<x> suchen. Notieren Sie sich Ihre Schnittstelle samt Zahl.

Mit sudo su werden Sie nun zum Superuser. Mit Ihrem favorisierten Texteditor können Sie nun die Datei /etc/network/interfaces bearbeiten. Der Editor vi ist bereits vorinstalliert und einsatzbereit; wenn Sie diesen Editor noch nicht verwendet haben, empfiehlt es sich im Internet nach Anleitungen suchen, die die wichtigsten Funktionen der Software genauer erklären. Suchen Sie in dieser Datei nach dem Eintrag auto <Ihre Schnittstelle> und ändern Sie die Zeile iface <Ihre Schnittstelle> inet manuel zu iface <Ihre Schnittstelle> inet static. Direkt hierunter müssen Sie die folgenden Zeilen einfügen und die spitzen Klammern samt Inhalt durch die von Ihnen notierten Werte ersetzen:

address <Ihre IP-Adresse>

netmask  <Ihre Subnetzmaske>
gateway <Ihr Gateway>

Achten Sie bei diesem Schritt besonders auf Schreibfehler! Nachdem Sie sich nochmals vergewissert haben, dass die eingegebenen Daten korrekt sind, können Sie die Datei speichern, den Editor schließen und das Dienstprogramm für die Netzwerkverwaltung neu starten, indem Sie den folgenden Befehl auf der Kommandozeile ausführen: sudo /etc/init.d/networking restart. Wenn Sie sich mit SSH auf Ihren Raspberry Pi verbunden haben, wird die Verbindung beendet. Nach kurzer Zeit können Sie die Verbindung wieder herstellen – mit der nun fest eingetragenen IP-Adresse. Die Einstellungen können Sie auch in der Systeminfo von Kodi überprüfen.

Hinweis: Bei manchen Routern-Herstellern muss die feste IP-Adresse zusätzlich in der Router-Konfiguration hinterlegt werden. Sollten Sie trotz der in diesem Abschnitt getätigten Einstellungen keine Netzwerkverbindung zum Raspberry Pi aufbauen können, können Sie das Handbuch Ihres Routers zu Rate ziehen und die IP-Adresse des Raspberry Pis im Router konfigurieren.

Autostart

Mit dem Befehl kodi wird die Software Kodi gestartet und Sie haben Zugang zu den später in diesem Artikel konfigurierten Medien und Inhalten. Im täglichen Einsatz möchten Sie sicherlich nicht bei jedem Start des Raspberrys mit einer Tastatur Benutzername und Passwort des Raspbian Systems eingeben und den Befehl zum Starten von Kodi abschicken – eine kleine Änderung in der Konfiguration von Kodi erspart Ihnen diese Schritte: zuerst benötigen Sie Zugriff auf das Terminal des Betriebssystems. Öffnen Sie nun mit einem Texteditor und Superuser-Rechten die Datei /etc/default/kodi und setzen Sie den Wert ENABLED=1. Ab dem nächsten Start von Raspbian wird nun automatisch Kodi geöffnet.

Sprache und Region

Standardmäßig startet Kodi in englischer Sprache. Möchten Sie die Sprach- und Region-Einstellungen anpassen, müssen Sie im Hauptmenü unter System den Punkt Settings anwählen. In den Settings wählen Sie den ersten Unterpunkt Appearance aus, in dem Sie wiederum in das Untermenü International wechseln. Haben Sie erfolgreich durch das Menü navigiert, erscheint eine Seite zum Konfigurieren der Sprache und der Region, wie Sie in Abbildung 2 gezeigt ist.

Abbildung 2: Sprach- und Region-Einstellungen

In diesem Menü können Sie unter Language die Sprache ändern, unter Region das Land eintragen und im Punkt Timezone Ihre Zeitzone. Sobald Sie den Menüpunkt wieder verlassen, werden die Änderungen sofort aktiviert und automatisch gespeichert.

Medienzugriff

Sind Ihre Bilder, Videos und Musik auf der externen Festplatte, auf Computern im Netzwerk und auf dem NAS verteilt und möchten Sie diese trotzdem zentral an einem Ort durchsuchen und abspielen? Mit Kodi kein Problem. Im Hauptmenü können über die Einträge Bilder, Videos und Musik und <Medium> hinzufügen... Quellen durchsucht werden. Hierbei besteht unter Home-Ordner und Root-Dateisystem die Möglichkeit, Medien vom Raspberry Pi oder direkt angeschlossenen Massenspeichergeräten wie USB-Sticks oder externen Festplatten hinzuzufügen. Der Menüpunkt Netzwerkfreigabe hinzufügen... erlaubt es Ihnen, eine Verbindung zu Medien im Netzwerk herzustellen. Hierzu müssen Sie das Protokoll, die IP der Quelle, den Freigabeordner und den Benutzernamen sowie das Passwort angeben. In manchen Fällen ist es nötig, dass sie zusätzlich den Port angeben. Welche Einstellungen zu tätigen sind, hängt von der Art der Freigabe ab; im Internet finden Sie Informationen, welche Einstellungen Sie beispielsweise für Freigaben von Windows-PCs vornehmen müssen; Hersteller von NAS Systemen geben außerdem Auskunft, welche Freigabeoptionen für Ordner gewählt werden können. Haben Sie Ihre Konfiguration mit OK bestätigt, erscheint der Eintrag in der Liste. Diesen müssen Sie nun noch auswählen, mit OK bestätigen, einen Namen vergeben und die Quelle mit OK aktivieren. Bitte beachten Sie, dass Sie diese Schritte für Bilder, Videos und Musik separat durchführen müssen. Haben Sie beispielsweise ältere Bilder auf Ihrem NAS und die neusten stets auf Ihrem PC gespeichert? Führen Sie die oben genannten Schritte mehrmals durch und fügen Sie so Ihre Quellen hinzu, bis Sie auf alle Dateien zugreifen können!

Airplay

Airplay – so nennt Apple sein Streaming Protokoll, mit dem man Bilder, Videos und Audio übertragen kann. In einem Szenario mit Kodi als Wohnzimmer-PC und Stream-Empfänger können Apple Geräte mit den Betriebssystemen iOS oder OSX, Android-Geräte mit kostenpflichtiger Software sowie Windows PCs mit iTunes oder kostenpflichtiger Software als Stream-Quelle dienen. Um Airplay auf Kodi nutzen zu können, müssen Sie eine Verbindung zu Ihrem Heim-WLAN aufbauen, in dem sich auch Ihre Mobilgeräte oder PCs befinden. Außerdem müssen Sie AirPlay-Inhalte empfangen im Airplay Menü aktivieren. Dies ist in Kodi unter Optionen, Einstellungen, Dienste, Airplay im Hauptmenü zu finden. Weiter können Sie hier die Lautstärkeregelung via Airplay sowie den Passwortschutz aktivieren, um sicher zu gehen, dass andere Leute im Heimnetzwerk Ihren Stream nicht unterbrechen. Wenn Sie iOS 8 Geräte als iOS Quelle verwenden, sollten Sie außerdem den iOS 8-Kompatibilitätsmodus aktivieren.

Mit der kostenlos erhältlichen Software iTunes von Apple, die für Apple und Windows Geräte zum Download angeboten wird, können Sie auch Medien von Ihrem Windows PC an Kodi streamen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass iTunes nicht alle Medien-Formate abspielen kann. Ist ein Großteil Ihrer Musik oder Film-Sammlung in einem solchen Format, müssen Sie diese zuerst iTunes-gerecht konvertieren. Wenn Ihnen die Umwandlung zu viel Arbeit bereitet, können Sie auf kostenpflichtige Software zurückgreifen, die Ihnen eine Umleitung Ihres gesamten Audio-Outputs des Windows Rechners ermöglicht.

Abbildung 3: Airplay unter iTunes für Windows

In Abbildung 3 ist zu sehen, wie Sie Airplay in iTunes auf Windows aktivieren. Da Apple die Benutzeroberfläche von iTunes für Windows stark an die der OSX Version angepasst hat, lässt sich die Umleitung der iTunes Ausgabe hin zu Airplay unter OSX auf dem gleichen Weg aktivieren. Der Button Mehrere ermöglicht Ihnen, die Sound-Ausgabe beispielsweise an einen Airplay-Receiver und am lokalen Rechner gleichzeitig abzuspielen. In unserem Test erfolgte die Ausgabe an den Geräten leider nicht synchron.

Wenn Sie die Vorzüge von Airplay nutzen möchten, empfiehlt es sich zusätzlich zum WLAN-USB-Stick eine kabelgebundene Netzwerkverbindung zu Ihrem Raspberry Pi aufzubauen. Sind beide Verbindungen verfügbar, greift der Raspberry Pi auf das NAS oder Internetmedien über die meist schnellere und störungsfreie kabelgebundene Verbindung zu.

Fernsteuerung

Nachdem Ihre Medienzentrale konfiguriert wurde, sind Sie nur noch einen kleinen Schritt vom perfekten Couch-Vergnügen entfernt – denn ohne Fernbedienung werden Sie schnell die Lust an Ihrem Wohnzimmer-PC verlieren. Kodi unterstützt verschiedene Steuerungsarten von Haus aus, von denen nun die Wichtigsten vorgestellt werden.

Consumer Electronic Control

Betreiben Sie Ihren Raspberry Pi an einem modernen Consumer Electronic Control fähigen TV? Nutzen Sie doch einfach die Fernbedienung Ihres Fernsehers um im Kodi-Menü zu navigieren. Erkennt Kodi ein CEC-fähiges Fernsehgerät, wird die benötigte libCEC automatisch aktiviert, so dass Sie sofort loslegen können.

iOS/Android Mobilgerät

Auch ohne modernes Fernsehgerät ist es möglich, Kodi vom Sofa aus zu steuern: nutzen Sie doch einfach die kostenlos erhältlichen Apps für iOS oder Android Smartphones oder Tablets. Die kostenlose Android App Kore, Official Remote for Kodi ist unter anderem im Google Play Store erhältlich; das iOS Pendant heißt Official Kodi Remote und ist kostenlos im iOS App Store erhältlich. Diese Apps zeigen Ihnen alle verfügbaren Medien an – aufbereitet mit Covern, Bewertungen und Informationen zu der vorliegenden Datei. Mit der Remote genannten Funktion, die in Abbildung 4 zu sehen ist, können Sie wie mit einer normalen Fernbedienung durch Kodi navigieren.

Abbildung 4: Die Kodi Remote – eine klassische Fernbedienung auf dem Mobilgerät

Um Kodi für die Steuerung via App vorzubereiten, müssen Sie die Steuerung von Kodi über HTTP zulassen. Den gleichnamigen Menüeintrag finden unter Optionen, Einstellungen, Dienste, Webserver. Durch das Aktivieren dieser Funktion können Sie unter anderem den Port über den der Webserver erreichbar ist, einstellen. Außerdem können Sie Benutzername und Passwort festgelegen, die zum Steuern von Kodi notwendig sind. Weiter muss sich das Mobilgerät im selben Netzwerk wie Kodi befinden, da die Steuerung via App über die Netzwerkverbindung realisiert wurde.

Auch in der App selbst müssen Sie einige Vorbereitungen treffen, um mit Ihrem Media Center kommunizieren zu können. Starten Sie die Kodi App und tragen Sie die Einstellungen Ihres Media Centers in die App ein. Wie in Abbildung 5 gezeigt, benötigen Sie einen Namen für Ihr System, den Sie allerdings selbst wählen können, die IP des Pi und den Port, über den Ihr Kodi Webserver erreichbar ist sowie den Benutzernamen und das Passwort, das Sie im vorangegangen Schritt vergeben haben – wenn Sie kein Passwort vergeben haben, können die zwei zuletzt genannten Felder leer bleiben. Die MAC Adresse kann ebenfalls unausgefüllt bleiben. Durch Save bestätigen Sie die Konfiguration und Sie gelangen zurück in den Startbildschirm.

Abbildung 5: Die Konfiguration der Kodi App für iOS

Die App sollte nun eine  Verbindung mit Kodi aufgebaut haben und Sie können mit eine Wischgeste vom linken Rand das in Abbildung 6 gezeigte Menü hervorrufen und die gewünschten Medien oder die Fernbedienung unter Remote Control auswählen.

Abbildung 6: Das Menü der Kodi Fernbedienung unter iOS

Konnte die Verbindung nicht hergestellt werden? Überprüfen Sie zuerst, ob sich Kodi und Ihr Mobilgerät im selben Netzwerk befinden. Ist dies der Fall, vergleichen Sie nochmals die Webserver Einstellungen mit denen in der App eingestellten Parametern.

Website

Sie möchten Kodi mit Ihrem Windows Phone, Windows oder Linux Gerät aus steuern? Wie in Abbildung 7 gezeigt, liefert der in Kodi integrierte Webserver eine Website aus, mit der Sie das System steuern können. Wenn Sie dieses Feature nutzen möchten, müssen Sie die Kodi Fernsteuerung über HTTP aktivieren. Dies wird im Absatz iOS/Android Mobilgerät beschrieben. Weiter muss sich Ihr Gerät, das als Fernbedienung dienen soll, im gleichen Netzwerk befinden wie Kodi und einen grafischen Browser installiert haben. Geben Sie in der Adressleiste Ihres Browsers die IP-Adresse des Raspberry Pi samt des Ports an, den Sie in der HTTP Steuerungseinstellung angegeben haben – standardmäßig wird der Port 8080 verwendet. Die IP und der Port muss – wie in der Adressleiste des Browsers in Abbildung 7 gezeigt – durch einen Doppelpunkt getrennt werden.

Abbildung 7: Die Kodi Website als Fernsteuerung nutzen

Unter Movies und Music werden Ihnen die auf Kodi verfügbaren Filme und Musikstücke samt Cover und Informationen angezeigt. 

Fernbedienung mit USB-Empfänger

Möchten Sie lieber eine eigene Fernbedienung für Ihren neuen Media Center Computer verwenden? Im Handel sind verschiedene Systeme mit USB-Empfänger erhältlich. Bevor Sie sich für eine derartige Lösung entscheiden, sollten Sie vorher die Kompatibilität mit Kodi überprüfen. Sobald Sie einen von Kodi unterstützten USB-Empfänger in den USB Port des Pi einstecken, werden die benötigten Bibliotheken automatisch aktiviert und Sie können sofort loslegen.

Kabellose Tastatur und Maus

Zu guter Letzt bleibt die Möglichkeit, den Wohnzimmer-PC mit einer kabellosen Tastatur zu bedienen; dabei sollten Sie jedoch beachten, dass der Raspberry Pi standardmäßig keine Bluetooth-fähige Hardware besitzt. Sie sollten daher darauf achten, dass Tastatur und Maus mit einem entsprechenden USB-Empfänger ausgeliefert werden und mit Linux kompatibel sind. Sind diese Voraussetzungen gegeben, müssen Sie den USB-Empfänger lediglich an den Raspberry Pi anschließen und gegebenenfalls konfigurieren sowie die Geräte mit dem Empfänger koppeln.

Erweiterungen – Addons

Der Funktionsumfang von Kodi lässt sich mit Hilfe von sogenannten Addons kostenlos erweitern. Somit können Sie bequem vom Sofa aus Youtube Videos schauen, aktuelle Nachrichten aus der ARD Mediathek abrufen, Künstlern auf Soundcloud folgen, Internetradio unterschiedlichster Anbieter anhören und vieles mehr. Außerdem bieten diese Erweiterungen die Möglichkeit, die Funktionalität und die Darstellung von Kodi mit Hilfe von Programmen und Skins Ihren Bedürfnissen anzupassen. Unter Optionen, Einstellungen, Addons finden Sie das Addon-Menü. Hier können Sie beispielsweise Addons aus ZIP-Dateien und Repositorys installieren. Wenn Sie den Punkt Aus Repository installieren wählen, sehen Sie verschiedene Addon-Kategorien; wechseln Sie beispielsweise in die Video-Addon Kategorie Video-Addons um Erweiterungen wie Clipfish, Youtube, DMAX oder die ARD Mediathek zu installieren. Standardmäßig sind alle Addons aus dem offiziellen Kodi-Repository aufgelistet – schauen Sie doch einfach einmal rein und probieren Sie es aus! Wenn Ihnen eine Erweiterung nicht zusagt, können Sie diese natürlich wieder entfernen.

Haben Sie ein paar Lieblings-Addons gefunden, die Sie oft nutzen? Mit dem folgenden Tipp können Sie Ihre eine Auswahl an Erweiterungen direkt vom Startbildschirm zugänglich machen: In Optionen, Einstellungen, Darstellung, Skin, Einstellungen, Addon können Sie den verschiedenen auf dem Startbildschirm angezeigten Medienarten Addons zuweisen, um Sie schnell erreichen zu können. Möchten Sie beispielsweise ein Video Addon auf dem Startbildschirm platzieren, können Sie unter Hauptmenü Videos-Untermenü einen von 5 Addon-Plätzen auswählen und die gewünschte Video-Erweiterung zuweisen. Bitte beachten Sie, dass Sie beispielsweise dem Punkt Musik nur Musik-Addons zuweisen können; dieses Schema ist für die anderen Arten analog anzuwenden. Weiter müssen Sie ein Addon zuerst installiert haben, bevor Sie es im Hauptmenü zugänglich machen.

Abbildung 8: Auf dem Startbildschirm platzierte Video-Addons

Falls Ihnen weiterhin bestimmte Funktionalitäten fehlen, gibt es neben dem offiziellen Addon Repository weitere, von der Community gepflegte Addon-Repositories. Diese können Sie mit einer Suchmaschine auffinden.

Skins

Neben der Funktionserweiterung mit Addons stehen Ihnen verschiedene Skins zur Verfügung, die das grundsätzliche Aussehen von Kodi bestimmen. Unter Optionen, Einstellungen, Darstellung und Skins finden Sie im Menüpunkt Skins alle auf Ihrem System installierten Skins; standardmäßig ist dies nur der Confluence Skin. Möchten Sie weitere Skins installieren? In den Addons gibt es eine eine gleichnamige Kategorie für Skins; schauen Sie doch mal in den Addons vorbei und probieren Sie ein paar Skins aus! Ist ein Skin heruntergeladen und installiert, werden Sie gefragt, ob der neue Skin benutzt werden soll. Unabhängig Ihrer Auswahl, wird der neue Skin in der Liste aller installierter Skins geführt; so können Sie bei Bedarf schnell zwischen Skins wechseln. Je nach Skin, Modell und Übertaktungsrate Ihres Raspberry Pis kann es jedoch vorkommen, dass verschiedene Skins lange Ladezeiten und ein Ruckeln bei der Bedienung mit sich bringen. Wenn Ihnen Confluence nicht gefällt, können Sie sich verschiedene Skin-Vergleiche im Internet ansehen oder sich selbst durch das Menü hangeln und die interessantesten auf Ihrem Raspberry Pi installieren.

Abbildung 9: Installation eines neuen Skins

Viel Spaß beim Konfigurieren und Personalisieren! Wenn Sie möchten, können Sie uns einen Kommentar schreiben und Ihre Konfiguration mit anderen teilen!

Artikel Quellen: Kodi Wiki, Kodi Forum

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