Die versteckten Fallstricke in Ihrem Design

von Richard Walters – Leiter Industrial Design, LS Research

Rich Walters

Rich kann auf über 23 Jahre Erfahrung im Bereich Industrie-Design zurückblicken, die ein großes Spektrum an verschiedenen Produktentwicklungen abdeckt, wie beispielsweise Forschung im Bereich Design, Interaktionsdesign, CAD und Prototyping. Rich hat über 30 Patente im Bereich Design angemeldet sowie weitere nützliche und internationale Patente angesammelt. Wenn Sie mehr über den Umfang der LSR Wireless Produktentwicklungsmöglichkeiten wissen möchten, besuchen Sie bitte die Homepage http://www.lsr.com.

 

Der Industrie der Wearable Technologie, welche Embedded Elektronik mit Bekleidung und anderen am Körper getragenen Accessoires vereinigt, wurde in diesem Jahr im Bereich der Unterhaltungselektronik, Gesundheit und Wellness die größte Aufmerksamkeit geschenkt. Accessoires mit Bluetooth Verbindung sind beliebter wie jemals zuvor, da diese nun mehr beherrschen, als die Übermittlung von Audiosignalen von einem Smartphone zu einem Kopfhörer. Designer träumen von neuen Wegen, die den Strom von Smartphones dazu zu nutzen, Informationen zwischen verschiedenen Orten am Körper auszutauschen und so den Nutzen des Mobilgerät zu erweitern, obgleich der Beschränkungen durch den Formfaktor.

Welches Risiko besteht, wenn beim Industrie- und Wireless-Design nicht im kollektiv gearbeitet wird?

  • Es gibt mehr Design- und Prototyp-Iterationen als notwendig
  • Die Frist für die Produktentwicklung kann nicht eingehalten werden und das Budget wird überzogen
  • Das Ergebnis ist ein Produkt, dass der Kunde nicht möchte

Die Kunden möchten mehr

Haben Sie bemerkt, dass die sexy Form des schönen neuen Samsung Smartphones oder iPhones Sie davon abhält, noch mehr Nutzen aus Ihrem Mobilgerät zu ziehen? Es wurde zu einem Taschen-Computer, der eines Tages die ganze Zeit in Ihrer Tasche bleibt oder sogar komplett "verschwindet", da es in Ihren Körper oder in Dinge, die am Körper getragen werden, integriert ist. Der Trend hin zu einem besseren, natürlicheren Nutzererlebnis hat lang gedauert, bis es Früchte getragen hat. Letztendlich nutzen wir seit über 20 Jahren Mobilgeräte und halten diese, wie zu Beginn, hauptsächlich in unserer Hand und vor das Gesicht, um die darauf gezeigten Informationen lesen zu können. Dies wird sich auch nicht ändern, bis sich die Benutzer nach einer neuen Lösung in Sachen Benutzerfreundlichkeit sehnen.

Der Markt öffnet sich vor Ihren Augen! Ihr Unternehmen könnte versucht diesen Trend wirksam zu nutzen und stattet Ihr Produkt deshalb mit einem einmaligen Merkmal aus, dass sie von anderen Produkten auf dem Markt unterscheidet, oder die Leistung Ihres Produkts verbessert. Das klingt sehr einfach, oder? Die Realität ist jedoch, dass viele Wearable Produkte bei der Markteinführung auf Probleme stoßen und deshalb scheitern oder eingestellt werden. Andererseits gibt es fehlerhafte Konzepte, die zwar in der Theorie gut klingen, aber nicht die Leistung und Zuverlässigkeit bieten, die der Nutzer erwartet. Wenn man den Taschenrechner mit der schönsten Form der Welt besitzt, dieser aber keine einfachen Rechnungen durchführen kann, wird man diesen nicht lange benutzen wollen.

Zusammengefasst kann man diese Produkte mit einer Hängematte vergleichen, die nur an einem Baum ausreichend befestigt wurde.

Binden Sie Ihre Wearable Technologie "Hängematte" an zwei Bäumen fest

Was ist das ultimative Konzept um mit einem Produkt im Bereich der Wearable Technologie erfolgreich zu sein? Wir fanden den Vergleich von einem Wearable Technologie Produkt mit einer Hängematte, die an zwei dicken und stabilen Bäumen sicher befestigt werden muss, sehr passend. Denn in einer Hängematte, die nur an einem Ende befestigt wurde, kann man sich nicht sonderlich gut ausruhen!

Damit Sie sicher sein können, dass Ihr Wearable ein Gerät ist, das vom Benutzer geschätzt, gekauft und benutzt wird, müssen Sie an zwei "Must-Have’s" des Produkterfolges denken. Diese werden in unserem Vergleich durch die zwei Bäume dargestellt, an denen Sie sicher angebunden sein sollten.

  • Der Kunde soll sich mit dem Gerät identifizieren können, "Das schaut so gut aus, ich würde es gerne tragen wollen; es scheint nützlich zu sein und macht mein Leben leichter!"

  • "Führt die Funktion(en) intuitiv und zuverlässig aus, genau wie ich es erwarte." Anders gesagt: Die Technologie funktioniert!

Dies erscheint naheliegend genug. Aber wieso scheitern dann so viele Produkte, die sich auf dem Wearable Markt etablieren möchten? Üblicherweise realisiert das Entwicklungsteam nicht oder zu spät, dass beim Prozess, den Benutzer und die Technologie näher zusammen zu bringen, die zwei Hauptelemente im Designbereich, welche Industrie-Design und Wireless-Design sind, miteinander verflochten sind, und daher annähernd als Einheit betrachtet werden müssen. Der folgende Punkt bringt hoffentlich mehr Licht ins Dunkle.

Ganzheitlicher Ansatz für Industrie- und Wireless-Design

Das Herz der Leistungsfähigkeit eines fast jedes Produktes, das kabellos kommuniziert, ist die Antenne. Eine gut designte Antenne garantiert die größtmögliche Reichweite und den bestmöglichen Datendurchsatz des Systems. Allerdings wird die Antenne nicht in einem Vakuum betrieben, sondern in der realen Welt eingesetzt. Und alles, von der Gestaltung, der Form und Größe des Gehäuses, bis hin zur Position im Gehäuse und der Nähe zum menschlichen Körper, beeinflusst die Effektivität der Antenne sehr stark. Mit anderen Worten ausgedrückt: Wurden die Entscheidungen des Formfaktors und Designs des physikalischen Produkts unabhängig von denen des Wireless-Designs getroffen, könnte Ihr HF/Antennen-Designer große Probleme bekommen. Dies kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass das Gerät komplett neu entworfen werden muss.

Ein Beispiel aus der Praxis: Das MEMI Produktentwicklungsprogramm bei LSR

Die meisten Firmen fassen im Wearable Tech Bereich Fuß, indem Sie sich auf spezielle Probleme konzentrieren, die Bedürfnisse und Vorlieben Ihrer Ziel-Kundschaft genauestens untersuchen und verstehen möchten, sowie vorsichtig vorgehen, um den Nutzer nicht mit zu vielen extra Features, die den eigentliche Nutzen des Produktes verkomplizieren und somit schwächt. LSR hat die Erfolg versprechende Möglichkeit mit dem Dynamic Team von MEMI (www.hellomemi.com) zusammen zu arbeiten und so ein innovatives Konzept eines Wearable Produktes in die Realität umzusetzen. MEMI stellt eine Lösung her, die Frauen dabei hilft, verbunden zu sein, ohne dass es so ausschaut als wären sie verbunden. Ihr modisches, schmuck-ähnliches Armband ist ein Gerät, dass kabellos mit dem Smartphone verbunden ist, um die Nutzerin mit Hilfe von Vibrationen auf einkommende Text-Nachrichten oder Anrufe von wichtigen Kontakten hinzuweist.

Da das MEMI nahe am Körper getragen wird und spezielle Materialien enthält, wurde das Industrie-Design des Accessoires und das Antennen-Design gemeinschaftlich im Team erarbeitet um sicherzustellen, dass das Design keine Fehler enthält. LSR hat mit der Kombination von Zusammenarbeit der Fachbereiche und dem Austausch der Fachkenntnissen dafür gesorgt, dass die Entwicklung des MEMI schnell fortgeschritten ist.

Die Voraussetzung für dieses Projekt war, dass das Design Metall enthalten muss, um schmuck-ähnlich auszusehen, was jedoch einen starken Einfluss auf das Antennen-Design hat. Deshalb saßen die Industrie- und Antennen-Designer des Projektes schon in einer sehr frühen Projektphase zusammen und erarbeiteten gemeinsam mögliche Lösungen. Das Team entwickelte mehrere Konzepte mit verschiedenen Antennen-Topologien. Das Konzept, das am Ende umgesetzt wurde, sieht eine "externe Antenne" vor. In diesem Design werden die zwei äußeren Metallteile des Bandes als Antenne mitbenutzt. Dieses Design benötigt weniger Metall im Inneren des Armbandes und verbessert noch dazu die Leistung der Antenne. Hätte das Team nicht zusammen gearbeitet, um die optimale Lösung zu finden, hätte man entweder Einschnitte im Bereich der Ästhetik des Bandes oder der Funkleistung hinnehmen müssen; vielleicht hätte man sogar beides hinnehmen müssen. Letztendlich entwickelte MEMI ein Produkt, bei dem sie glauben, dass es gut bei den Kunden ankommt, da sichergestellt wurde, dass die "Hängematte" an beiden Enden sicher verknotet wurde.

Ein Wearable Technologie Produkt, dass die Erwartungen der Kunden gänzlich übersteigt, benötigt nicht nur einen überzeugendes Äußeres, sondern muss vor allem die Aufgaben zuverlässig erfüllen. Falls Sie sich dazu entscheiden, ein solches Produkt zu entwickeln, werden Sie auch feststellen, dass es eine Menge technischer Herausforderungen zu bewältigen gibt. Entscheidet sich Ihre Firma dazu, im Markt für Wearable Technologien einzusteigen, müssen Sie sich vorher die folgende Frage stellen: "Haben wir eine hohe technische Kompetenz in den Bereichen Industrie-Design und Antennen/HF-Design in unserem Haus um einen gemeinschaftlichen Produktentwicklungsansatz zu ermöglichen?" Ist dies nicht der Fall, könnte die Zusammenarbeit mit einem Spezialisten, der diese Kompetenzen liefern kann, der Schlüssel zum Erfolg sein.

Hoffentlich konnte Ihnen dieses Beispiel eines integrierten Design-Prozesses, bei dem Industrie- und Wireless-Design als ein Ganzes betrachtet wurde, einige Denkanstöße geben. Trotzdem kann die Produktentwicklung eines Wearables trügerisch Komplex sein. Wir ermutigen Sie dazu, Ihren Entwicklungsprozess tapfer durchzustehen und weiter hoffen wir, dass Sie von den vielen Vorteile profitieren, die ein gutes durchdachtes Wearable Produkt bieten kann. Die folgenden Do’s und Don’ts helfen ihnen möglicherweise bei Ihrem Bestreben.

Produktdesign von Wearable Technologie | DO’s und Don’ts

DO’s DON’Ts

Beschäftigen Sie ein einziges Team das mit Fachwissen in den Bereichen Wearables und Antennen-Design ausgestattet ist.

Seien Sie nicht alles für jeden. Sie müssen Ihre Benutzer kennen und auf die Hauptfunktionen Ihres Produktes fokussiert sein.

Erstellen Sie so bald wie möglich einen Plan für die Antennen. Spielen Sie mehr als eine Möglichkeit durch, die erste Idee ist nicht immer die Beste. Vergessen Sie nicht, dass die Leistung der Antenne direkt mit anderen Designentscheidungen wie zum Beispiel die der Materialwahl des Produktes verknüpft ist.

Kopieren Sie nicht, was andere bereits anbieten. Es gibt eventuell bessere Lösungen und es wird viel Zeit in Anspruch nehmen, Alleinstellungsmerkmale auf dem Markt zu etablieren, die ausschließlich auf das Design des Produktes abzielen.

Erstellen Sie viele Prototypen und Testen Sie so häufig und genau wie möglich, um sicherzustellen, dass Sie die technisch gesehen beste Leistung erzielen. Vergessen Sie nicht, dass der menschliche Körper weich und kurvig ist und dass der Ort, an dem das Gerät getragen wird sowie die Entfernung zum Körper große Unterschiede in der Leistung der Antenne machen können. Beschäftigen Sie sich mit flexiblen PCBs, verformbaren Antennen und falls nötig, mit genähten Waren.

Lassen Sie Ihre Industrie-Designer nicht alleine arbeiten. Die Zusammenarbeit mit den Antennen/HF-Designern ist sehr wichtig. Falls Sie dies nicht beachten, werden Sie Möglichkeiten verpassen, Ihr Produkt besser zu machen, Sie werden Ihr Budget überschreiten und möglicherweise in einer Sackgasse landen.

Möchten Sie mehr über erfolgreiche Produktentwicklungsansätze für Wearables wissen?

LSR ist ein globaler Marktführer von modernen Wireless Technologie Plattformen, die WLAN, Bluetooth, BLE, Mobilfunk, RFID, NFC, 802.15.4, DECT und ZigBee einsetzen. LSR ist das einzige Unternehmen im Bereich von kabellosem Produktdesign, das turnkey M2M Systemlösungen mit Design Services anbietet, FFC / IC / CE Tests und Zertifikationen vor Ort durchführt und eine breite Auswahl an HF Modulen bietet. Erfahren Sie mehr auf www.lsr.com.

Zusätzlich zu den passenden Fachleuten benötigen Sie in Ihrem Unternehmen die richtigen Werkzeuge sowie die richtige Ausrüstung. Darunter fällt unter anderem:

  • 3D CAD, Modellierung- und Render-Software (wie beispielsweise SolidWorks)

  • Software für 3D Antennen Design (wie beispielsweise CST Microwave Studio)      

  • Eine schalltoten Raum und einen Netzwerkanalysator, um die Antennen zu testen und zu zertifizieren

Artikel Quellen:

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