von Kyle Olive, EEWeb Autor

 

 

Falls Sie bereits den ersten Teil dieses Artikels gelesen haben, wissen Sie bereits, welche Teile nötig sind, um einen Raspberry Pi nutzen zu können. Ohne ein Betriebssystem hat der Raspberry Pi jedoch keinen großen Nutzen! Der folgende Artikel stellt zwei beliebte Betriebssysteme für den Raspberry Pi, Arch Linux ARM und Raspbian "Wheezy", vor und beschreibt die Einrichtung von Raspbian.

Vergleich der Betriebssysteme: Arch Linux ARM und Raspbian "Wheezy"

Macht es überhaupt einen Unterschied welches Betriebssystem Sie benutzen? Kurz gesagt: Es kommt darauf an. Abhängig von den Fähigkeiten und Kenntnissen, die Sie im Umgang mit Linux Betriebssystem mitbringen, ist die Wahl des Betriebssystems nicht sonderlich wichtig. Wenn Sie jedoch neu im Bereich der Entwicklung solcher Systeme sind, gilt es einige Dinge zu beachten.

Falls Sie noch keine Erfahrung im Umgang mit dem Raspberry Pi haben, werden Sie wahrscheinlich das Betriebssystem Raspbian "Wheezy" benutzen, welches auch von der Raspberry Pi Foundation empfohlen wird. Raspbian "Wheezy" basiert auf der beliebten Debian Linux Distribution und ist für Linux Einsteiger viel benutzerfreundlicher als andere Distributionen. "Wheezy" enthält die LXDE Desktopumgebung, viele Raspberry Pi Beispielprogramme und Applikationen wie beispielsweise Midori (ein Webbrowser) und Scratch, eine visuelle Programmiersprache für Kinder. Außerdem sind die Standardprogramme für Entwickler (gcc, Python und viele andere) vorinstalliert und bereit für den Einsatz. Möchten Sie den Raspberry Pi so schnell wie möglich, mit minimalem Aufwand oder als Lernplattform verwenden ist diese Distribution die richtige Wahl.

Haben Sie bereits einige Erfahrungen mit Linux gesammelt, sollten Sie einen Blick auf Arch Linux ARM werfen. Diejenigen, die bereits mit der desktopvariante von Arch Linux gearbeitet haben wissen, dass es mehr Zeit kostet, diese Distribution einzurichten. Dies ist auch bei Arch Linux ARM nicht anders. Das Arch Linux ARM Basisimage ist sehr minimalistisch, es enthält lediglich die nötigsten Softwarepakete um den Pi zu benutzen. Dies bedeutet, dass der Benutzer mehr Zeit investieren muss, um das Betriebssystem zu konfigurieren. Der Vorteil für Entwickler ist jedoch, dass nur die nötige Software installiert wird und man so ein schnelleres und kleineres Betriebssystem erhält.

Da es noch einige andere Unterschiede zwischen den Distributionen gibt, als die, die oben betrachtet wurden, werden sich die meisten Nutzer für Raspbian "Wheezy" entscheiden. Der Einrichtungsprozess ist einfacher, man kann aus einer größeren Anzahl an Softwarepaketen wählen und Raspbian hat mehr aktive Benutzer (anderes ausgedrückt: falls es zu Problemen kommt, profitieren Sie von der größeren Gemeinschaft). Raspbian "Wheezy" ist daher die bessere Wahl für Bastler, die ihr Projekt noch nicht genau definiert haben, Arch Linux hingegen ist für Entwickler, bei denen der Projektplan schon steht.

 

Die Ausgabe des Kommandos "dd". Es kann einige Minuten dauern um das Abbild auf die SD Karte zu schreiben.

 

  • Benutzen Sie "df" um den richtigen Laufwerkspfad herauszufinden
  • Führen Sie df-h aus bevor Sie die SD Karte in den Computer einlegen um die bereits vorhandenen - Laufwerke anzuzeigen
  • Führen Sie df-h nochmals aus nachdem Sie die SD Karte in Ihren Computer eingelegt haben um deren Dateisystempfad und den Ordner anzuzeigen, in dem die Karte gemountet wurde
  • Die SD Karte wird neu aufgeführt. In diesem Fall wird das Image auf /dev/sdb kopiert.
  • Führen Sie umount aus, um die SD Karte auszuwerfen.

 Einrichten von Raspbian "Wheezy"

Um Raspbian "Wheezy" auf dem Raspberry Pi zu installieren, benötigen Sie das Raspbian Image und eine SD Karte, die mindestens 2 GB groß ist. Möchten Sie Multimediasoftware benutzen, wie zum Beispiel Video -, Musiksoftware oder Spiele, ist eine größere SD Karte empfehlenswert (Ich benutzte zur Zeit eine 8 GB große SD Karte).

Zuerst muss das Image auf die SD Karte kopiert werden. Dazu müssen Sie die SD Karte in Ihrem Computer mounten, außerdem muss die .img Datei aus dem heruntergeladenen Archiv extrahiert und in einen Order auf dem Computer verschoben werden. Zu beachten gilt es, dass Sie nicht einfach die heruntergeladene Abbilddatei auf die SD Karte kopieren können. Dies würde dafür sorgen, dass der Raspberry Pi diese nicht lesen kann. Die folgenden Schritte werden alle Daten auf der SD Karte unwiderruflich löschen, daher sollten Sie alle Daten, die noch auf der Karte vorhanden sind, vorher sichern.

 

Das Programm Win32 Disk Imager während das Raspbian Image auf die SD Karte geschrieben wird.

 

Falls Sie auf Ihrem Computer Windows verwenden, wird ein Programm wie beispielsweise Win32-Image-Writer benötigt. Laden Sie dies herunter und entpacken Sie das Binary Archiv in einen Order auf Ihrem Computer. Öffnen Sie das Programm Win32DiskImager.exe, wählen Sie das Wheezy Image aus, das Sie zuvor entpackt haben und stellen Sie den Pfad zur SD Karte ein. Drücken Sie anschließend auf "Write", das Programm arbeitet nun einige Minuten und meldet, sobald die Abbilddatei erfolgreich auf die Karte geschrieben wurde.

Falls Sie Linux auf Ihrem Computer verwenden, sollte das Kommando "dd" verwendet werden. Stecken Sie zuerst Ihre SD Karte in den Computer und lassen Sie sich anschließend mit Hilfe des Kommandos "df-h" den Gerätenamen anzeigen. Dieser Name könnte beispielsweise "/dev/sdb/" lauten. (Anmerkung: Falls Ihre SD Karte mehrere Partitionen enthält (beispielsweise sdb1, sdb2 usw.) müssen Sie alle Partitionen verwenden: sdb). Weiter müssen Sie die Karte auswerfen, um diese formatieren zu können. Dies kann man bei den meisten Linux Distributionen mit Hilfe des Dateimanagers erledigen, welches in grafischen Benutzerinterfaces enthalten ist. Alternativ kann das Kommando "unmount" benutzt werden.

Haben Sie den Gerätename der SD Karte notiert und alle Daten gesichert starten Sie mit dem folgenden Kommando den Kopiervorgang:

WICHTIG: VERSICHERN SIE SICH, DASS DER PFAD DER SD KARTE (of) KORREKT IST, DA SONST ALLE DATEN AUF IHREM COMPUTER GELÖSCHT WERDEN

Dieses Kommando wird Ihre SD Karte (Output Datei, kurz of) mit dem Wheezy Abbild (Input Datei, kurz if) beschreiben. Die Blockgröße beträgt 1 MB.

 

Der Standard Desktop des Betriebssystem Raspbian Wheezy, das auf dem Raspberry Pi ausgeführt wird

 

Es wird einige Zeit dauern bis der Schreibvorgang abgeschlossen ist. Ist dies der Fall, können Sie die SD Karte auswerfen, aus Ihrem Computer nehmen und in Ihren Rasberry Pi stecken.

Starten Sie jetzt Ihren Raspberry Pi und ungefähr eine Minute später werden Sie von einem blauen Bildschirm, dem Raspbian Konfigurationsmenü, begrüßt. Dieses Menü wird Ihnen dabei helfen, das Betriebssystem einzurichten. Nachfolgend werden alle Einstellungsmöglichkeiten näher betrachten, um die Feinheiten des Systems richtig einzustellen. Sie können jedoch auch die voreingestellten Werte akzeptieren.

Expand_roots – Dieser Menüpunkt füllt die gesamte SD Karte mit der root Partition von Raspbian Wheezy. Möchten Sie weitere Daten auf der SD Karte speichern, die nichts mit Raspbian Wheezy zu tun haben oder Ihre Partitionen selbst konfigurieren, sollten Sie diesen Menüpunkt nicht anwählen.

Overscan – Dieser Befehl aktiviert oder deaktiviert „overscan“. Falls die Anzeige des Raspberry Pi nicht den kompletten Monitor füllt, sollten Sie "overscan" deaktivieren.

Configure_keyboard – Hinter diesem Punkt versteckt sich das Tastaturlayout. Benutzen Sie eine internationale können Sie hier das passende Layout auswählen.

Change_pass – Die Standard Login Daten für Raspian Wheezy sind pi : raspberry. Falls Sie diese Daten ändern möchten, wählen Sie diesen Menüpunkt.

Change_locale – Dies ändert die Sprachumgebung und somit die Sprache und den Zeichensatz. Die Standardeinstellung ist Britisches Englisch.

Change_timezone – Dieser Menüpunkt ändert die Zeitzone des Raspberry Pi.

Memory_split – Dies zeigt an, wie viel Arbeitsspeicher von der Grafikkarte benutzt wird. Je mehr grafikintensive Programme genutzt werden, desto größer sollte dieser Wert sein. Der Standardwert, welcher bei 64 MB liegt, sollte für die meisten Programme genügen.

Overclock – Dieser Punkt lässt Sie die Taktfrequenz sowie den Spannungspegel Ihres Raspberry Pis verändern. Zur Wahl stehen einige voreingestellte Werte. Anzumerken ist jedoch, dass das Übertakten die Gebrauchsdauer Ihres Pis verkürzen kann und andere Probleme auftreten können. Ändern Sie diesen Wert nur, wenn Sie wissen was Sie tun.

Ssh – Wenn Sie mit Hilfe von ssh per Fernzugriff auf Ihren Raspberry Pi zugreifen möchten, müssen Sie dies hier aktivieren.

Boot_behaviour – Dieser Menüpunkt lässt Ihnen die Wahl, ob beim Hochfahren des Betriebssystems die Desktopumgebung gestartet werden soll (ist dies deaktiviert, kann man mit dem Kommando "startx" den grafischen Desktop starten)

Update – Zu guter Letzt wird hier überprüft, ob es Updates für dieses Konfigurationsprogramm gibt.

Wurden alle Änderungen gemacht, wählen Sie "finish" aus und der Raspberry Pi startet neu (das Login Fenster muss mit dem Standard Login bestätigt werden, der Benutzername ist "pi", das Passwort lautet "raspberry"). Sind die Änderungen erfolgreich, sehen Sie nun den Desktop (falls Sie dies aktiviert haben – ist dies nicht der Fall kann der Desktop mit „startx“ gestartet werden). Hoffentlich sind Sie auf keinen Fehler gestoßen. Andernfalls können Sie die SD Karte nochmals neu mit dem Wheezy Image bespielen oder ein Raspberry Pi Forum oder FAQs zurate ziehen.

Sobald Sie Raspbian auf Ihrem Raspberry Pi eingerichtet haben, können Sie mit dem Entwickeln beginnen. Möchten Sie das Optimum aus Ihrem Raspberry Pi heraus holen, schauen Sie wieder bei uns vorbei. 

 

 

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