Teil 3: Installieren von Arch Linux ARM

Falls Sie bereits die ersten beiden Teile dieser Serie gelesen haben, haben Sie sich vielleicht einen Raspberry Pi gekauft und darauf Raspbian Wheezy installiert. Hoffentlich haben Sie schon mit der Plattform gebastelt und eigene Projekte gestartet.


Obwohl Raspbian eine exzellente Wahl ist, umfangreichen Support und viele Softwarepakete bietet, möchten Sie ihr Betriebssystem möglicherweise besser auf ihre eigenen Wünsche anpassen. Falls Sie ein System wie Raspbian verwenden, wird auf dem Raspberry Pi Software installiert, die Sie nicht benötigen. Mit Raspbian werden beispielsweise verschiedenste Softwarepakete, Werkzeuge sowie Desktopumgebungen installiert, die für spezielle Anforderungen unwichtig sind und daher nur Arbeitsspeicher und Prozessorleistung verschwenden. Um einen Webserver zu betreiben, wird bekanntermaßen keine Grafische Desktopumgebung benötigt.


Es gibt viele alternative Betriebssysteme, die auf einem Raspberry Pi betrieben werden können. Jedes dieser Systeme hat seine Stärken und Schwächen. Während manche Betriebssysteme für einen bestimmten Einsatzzweck entwickelt wurden (XBian ist beispielsweise eine XBMC Version für den Raspberry Pi. XBMC ist ein Betriebssystem, das einen Raspberry Pi zu einem Media Center macht), andere wurden allgemeiner gehalten und überlassen die Entscheidung, was mit dem System geschehen soll, dem Benutzer. In diesem Artikel werden wir ein minimales Arch Linux ARM auf dem Raspberry Pi aufsetzen. Arch Linux ARM ist ein leichtgewichtiges und flexibles Betriebssystem, das durch das Arch Linux Betriebssystem für die x86 System-Architektur inspiriert wurde.

Vorbereiten der SD Karte

Die Installation von Arch Linux ARM startet genau wie die Installation von Raspbian. Zuerst muss das Arch Image heruntergeladen und vorbereitet werden, welches hier zu finden ist.

http://archlinuxarm.org/developers/downloads

Um die Schritte, die bereits im zweiten Teil der Serie erklärt wurden, kurz zu wiederholen, wird im Folgenden beschrieben, wie die SD Karte vorbereitet werden muss.

Zuerst muss die SD Karte im Computer gemountet werden, falls Sie Windows benutzen, müssen Sie die Karte nur in das SD Karten-Lesegerät stecken, falls Sie Linux benutzen, können Sie sich mit dem Kommando "df-h" den Namen des Laufwerks anzeigen lassen. Haben Sie diesen Schritt erfolgreich absolviert, können Sie nun damit fortfahren, das Arch Linux ARM Image auf die SD Karte zu schreiben. Unter Windows funktioniert das mit der kostenlosen Software "Win32 Disk Imager", in Linux kann das Image mit dem Befehl "dd" kopiert werden. Falls Sie eine genauere Beschreibung benötigen, schlagen Sie diese bitte im zweiten Teil dieser Serie nach. Dort sind wir genauestens auf die durchzuführenden Schritte eingegangen.

Zu beachten ist, dass Sie mit den gerade beschriebenen Kommandos vorsichtig umgehen müssen. Sie müssen sich versichern, dass sie die richtigen Laufwerke ausgewählt haben, ein Fehler würde eventuell zu einem Datenverlust aller Ihrer Daten führen! Wird das richtige Laufwerk ausgewählt, werden alle auf der SD Karte enthaltenen Daten unwiderruflich gelöscht.

Ist der Schreibvorgang abgeschlossen, müssen Sie die Karte auswerfen, in Ihren Raspberry Pi einlegen und diesen starten.

Einrichten von Arch Linux ARM

Legen Sie die vorbereitete SD Karte in Ihren Raspberry Pi ein und versorgen Sie diesen mit Strom. Auf dem angeschlossenen Bildschirm sollten Sie nun sehen, wie das System hochfährt und nach einiger Zeit sollte es möglich sein, sich am System anzumelden, das standardmäßig den Namen "alarmpi" trägt. Voraussetzung hierfür ist, dass alle Vorbereitungen richtig durchgeführt wurden.

Die voreingestellten Login Informationen lauten:

Benutzername: root
Passwort: root

Nachdem Sie sich am System angemeldet haben, sollten Sie eine Bash Shell (Kommandozeile) vor sich haben, in der Sie als root angemeldet sind. Falls Sie den Raspberry Pi an ein Netzwerk angeschlossen haben, können Sie diese mit dem ping Kommando testen (z.B. indem Sie "ping google.com" in die Kommandozeile eintippen und mit Enter bestätigen). Falls Sie keine Antwort erhalten, sollten Sie ihre Netzwerkverbindung überprüfen und alle Probleme beheben.

Im Folgenden wird angenommen, dass die Netzwerkverbindung funktioniert. Nun werden wir das Einrichten des Geräts Schritt für Schritt durchführen. Darin wird unter anderem das Passwort des Benutzers root und der Gerätename geändert, die Region und Zeitzone angepasst sowie die Basissoftware installiert.

Sie können (und sollten) das Passwort des Benutzers root ändern und es sich gut merken. Falls Sie dieses vergessen, werden Sie keine weitere Software auf Ihrem Gerät mehr installieren können. Um die Änderung durchzuführen, geben Sie "passwd" in die Kommandozeile ein und bestätigen Sie dies mit Enter. Anschließend werden Sie nach dem neuen root Passwort gefragt, geben Sie dieses ein und bestätigen Sie nochmals mit Enter.

Anders als bei Raspbian, bei dem die Grundkonfiguration des Systems mit einem grafischen Tool durchgeführt wird, werden die ersten Einstellungen an Arch Linux ARM mit einem Text Editor oder den Kommandozeilen-Tools durchgeführt. Vi, ein Text Editor, ist bereits vorinstalliert und kann dazu benutzt werden, um Dateien zu bearbeiten.

Um die Zeitzone korrekt zu wählen, können Sie das Kommando "timedatectl set-timezone /" verwenden, bei dem mit den passenden Region- und Subregion-Strings ersetzt werden müssen. Falls Sie nicht sicher sind, welche Strings Sie einfügen müssen, können Sie das Kommando "timedatectl list-timezones“ nutzen, um eine Liste aller möglichen Regionen und Subregionen zu erhalten. In dieser Liste kann man mit den Pfeiltasten navigieren oder eine bestimmte Region oder Subregion suchen, indem man einen Slash "/" gefolgt von dem Suchwort eingibt. Ist die Suche erfolgreich, wird das Suchergebnis markiert.

Den Namen des Gerätes, auch Hostname genannt, wird genutzt, um Ihren Raspberry Pi im Netzwerk identifizieren zu können. Dieser kann geändert werden, indem die Datei "/etc/hostname" mit dem Texteditor vi bearbeitet wird. Falls Sie nicht wissen, wie man den vi benutzt, kann ich eine kurze Google Suche empfehlen, um die Grundfunktionen zu erlernen.

Führen Sie nun einen Neustart des Raspberry Pis durch um die geänderten Einstellungen zu sichern.

Zum Schluss müssen Sie noch ihren Package-Manager, der pacman heißt, initialisieren und das System aktualisieren. Zuerst muss ein Schlüsselbund für pacman erstellt werden. Um einen Secure Key darin zu speichern, muss außerdem zufällige Bytes, auch Entropy genannt, auf dem System generiert werden, indem man einige Kommandos in einem zweiten Fenster ausführt. Den Zugriff auf ein zweites Fenster  erhalten Sie, indem Sie ALT + F2 drücken (zum Ausgangsfenster kommen Sie zurück, wenn Sie ALT + F1 drücken).

In einem der beiden Fenster muss nun das Kommando "pacman-key –init“ ausgeführt werden. Wechseln Sie nun zum anderen Fenster und generieren Sie Entropy, indem Sie zufällige Kommandos, wie beispielsweise "ls –R /", eingeben. Die Schlüsselerzeugung kann sehr lange dauern, wenn Sie die Bytes nicht aktiv generieren. Indem Sie Kommandos im zweiten Fenster ausführen, kann diese Zeit deutlich reduziert werden.

Nachdem der Befehl "pacman-key –init" ausgeführt wurde, können Sie das Kommando "pacman –Syu" eingeben. Dies führt dazu, dass Ihr System aktualisiert wird. Genauer gesagt werden die Software Repositories für pacman aktualisiert und weiter wird versucht, die bereits installierten Softwarepakete zu aktualisieren. Dies kann einige Zeit dauern.

Nachdem das System auf den aktuellen Stand gebracht wurde, ist Ihre Arch Linux Installation bereit, an Ihre Bedürfnisse angepasst zu werden. Egal ob Sie einen Webserver, ein grafisches Benutzerinterface oder eine leichtgewichtige Software installieren möchten, Sie müssen lediglich die benötigten Softwarekomponenten installieren, konfigurieren und an Ihre Bedürfnisse anpassen. Das Schöne an Arch Linux ist, dass es minimalistisch und schlicht ist – Ihr System hat nur die Funktionen, die Sie benutzen möchten und benötigen.

Um einen Einstieg in dieses Betriebssystem zu erhalten, können Sie einen zweiten Benutzer anlegen und sich mit der folgenden Software vertraut machen:

- sudo
- XFCE /LXDE
- Vim
- GCC

Sie können selbst entscheiden, welche Softwarepakete Sie installieren möchten. Daher sollten Sie eine ausführliche Suche durchführen, um herauszufinden, was Sie benötigen und wie Sie die benötigte Software richtig konfigurieren. Im nächsten Teil dieser Serie werden wir beschreiben, wie Sie den in dieser Serie eingerichteten Raspberry Pi, der Arch Linux ARM als Betriebssystem nutzt, als internen Server konfigurieren. Dies umfasst das Ausliefern von Webseiten und den Betrieb eines Dateiservers.

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